Die künstlerischen Hintergründe des Gemeinschaftsprojekts von Gerhard Rühm und Jürgen Wolff (entstanden im Jahr 2021) basieren auf dem Dialog zwischen zwei bedeutenden Strömungen der Avantgarde: der Visuellen Poesie und der Konkreten Kunst.
Das Projekt ordnet sich in eine Serie von Kooperationen ein, bei denen Jürgen Wolff auch mit anderen Größen der konzeptuellen Kunst und Poesie – wie Eugen Gomringer und Franz Mon – zusammenarbeitete
Die wesentlichen künstlerischen Säulen dieser Zusammenarbeit umfassen:
1. Das Zusammenspiel von Form und Text
- Papierschnitte von Jürgen Wolff: Wolff steuerte präzise, geometrische Papierschnitte bei. Seine Arbeiten basieren auf der Wahrnehmung von Gestalt, Symmetrie und der Dynamik visueller Formen (wie Kontraktion, Expansion oder Kontrast).
- Textelemente von Gerhard Rühm: Rühm, der Sprache seit jeher als plastisches Material begreift, brachte typografische oder textliche Impulse ein. Text wird hier nicht als bloße Erklärung genutzt, sondern als visuelles und rhythmisches Objekt.
2. Das Prinzip der Konkreten Poesie
In den Werken (wie den Arbeiten D109, D110 und D111) verliert die Sprache ihre rein
beschreibende Funktion.
- Das geschriebene Wort verweist nicht mehr auf eine äußere Realität, sondern stellt sich selbst dar.
- Der Buchstabe oder das Wort wird zum bildnerischen Element, das sich in die strengen geometrischen Raster und Linien der Kunstwerke einfügt.
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3. Dynamik im statischen RaumEin zentraler Hintergrund ist das Aufbrechen starrer Geometrie. Wolffs Ziel ist es, durch physisch bewegungslose Zeichen lebendige Prozesse und Spannungen zu symbolisieren. Gepaart mit Rühms experimentellem Ansatz, die Grenzen traditioneller Kunstgattungen aufzuheben, entstehen intermediale Wandobjekte, die das Auge und den Intellekt gleichermaßen fordern.Die Resultate dieser Kooperation wurden unter anderem in renommierten Ausstellungen und Sammlungen im Kontext konstruktiver und konkreter Kunst präsentiert.